Ladungssicherung |
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Gefährdungen
- Bei nicht ordnungsgemäß gesicherter Ladung können Personen im Gefahrbereich verletzt werden.
Allgemeines
- Gewicht des Ladegutes ermitteln.
- Ladungsschwerpunkt auf der Längsmittellinie der Ladefläche des Transportfahrzeuges ausrichten.
- Zulässige Gesamtmasse (zGM) und Achslasten nicht überschreiten.
- Mindestachslast der Lenkachse nicht unterschreiten.
- Lastverteilungsplan des Fahrzeuges beim Beladen berücksichtigen
.
- Rutschhemmende Materialien verwenden, z. B. Antirutschmatten.
- Zurrmittel während des Transports nachspannen, z. B. nach einer Vollbremsung, plötzlichen Ausweichbewegungen, möglichen Setzungen des Ladungsgutes durch Schlaglöcher, usw.
- Zurrmittel nicht über die Ladebordwand legen und unterhalb der Ladefläche befestigen.
- Fahrgeschwindigkeit je nach Ladung auf Straßen- und Verkehrsverhältnisse abstimmen.
Schutzmaßnahmen
- Zurrverfahren auswählen, Direkt-
oder Niederzurren
.
- Zurrmittel, z. B. Zurrgurte, nach der benötigten Zugkraft (LC) bzw. benötigten Vorspannkraft (STF) auswählen.
- Nur gekennzeichnete Zurrmittel verwenden
.
- Beim Niederzurren pro Ladegut mindestens zwei Zurrmittel verwenden, wenn das Ladegut nicht gegen verdrehen gesichert ist, z. B. durch die Bordwand.
- Zurrmittel prüfen:
- vor jeder Benutzung auf augenscheinliche Mängel,
- i. d. R. jährlich durch eine "zur Prüfung befähigte Person" (z. B. Sachkundiger).
- Beim Niederzurren gilt, umso steiler das Zurrmittel gespannt wird, umso effektiver wird die erreichbare Vorspannkraft des Spannelementes genutzt
.
- Beim Direktzurren sind der vertikale Zurrwinkel (α) und der horizontale Zurrwinkel (β) zu berücksichtigen. Beide sollen so gewählt werden, dass die effektivste Ausnutzung der Gurte und Zurrpunkte erreicht wird.
- Zurrmittel an Zurrpunkten des Transportfahrzeuges und am Ladegut anbringen und nicht überlasten
.
- Reibbeiwerte zwischen Ladung und Transportfläche aus Tabelle 1 ermitteln. Bei nicht aufgeführten Materialkombinationen ist – sofern möglich – eine vergleichsweise reale Zuordnung vorzunehmen; sollte dies jedoch nicht möglich sein, so ist entsprechend dem jeweiligen Zustand (trocken, nass, fettig) der niedrigste in der Spalte aufgeführte Reibbeiwert zu verwenden.
Beispiel Kennzeichnung

SHF = | Handkraft |
STF = | Vorspannkraft der Ratsche "Wert für das Niederzurren" |
LC = | Zulässige Zugkraft im geraden Zug "Wert für das Diagonalzurren" |


1 | Reibbeiwerte (µ) nach DIN EN 12195-1:2010 (Auszug) |
Materialpaarung an der Berührungsfläche (trocken oder nass und besenrein) | Reibbeiwert µ |
Schnittholz | |
Schnittholz – Schichtholz/Sperrholz (z. B. Siebdruckladeboden) | 0,45 |
Schnittholz – geriffeltes Aluminium | 0,4 |
Schnittholz – Stahlblech (z. B. Gerüststellrahmen auf Kanthölzer) | 0,3 |
Kunststoff | |
Kunststoffpalette – Schichtholz/Sperrholz (z. B. Siebdruckladeboden) | 0,2 |
Kunststoff – geriffeltes Aluminium | 0,15 |
Stahl und Metall | |
Stahl – Schichtholz/Sperrholz (z. B. Metallbox auf Siebdruckladeboden) | 0,45 |
Stahl – geriffeltes Aluminium | 0,3 |
Stahl – Stahl (z. B. Ketten eines Raupenbaggers auf dem Tiefladerrahmen) | 0,2 |
Beton | |
Rauer Beton – Schnittholz (z. B. Betonrohre auf Kanthölzer) | 0,7 |
Glatter Beton – Schnittholz (z. B. Filigranplatten auf Kanthölzer) | 0,55 |
Rutschhemmende Matte | |
Gummi | 0,6 |
Anderer Werkstoff (z. B. Filz, Pappe, Flies, ...) | Nachw. v. Herst. |
Wenn die Berührungsflächen nicht besenrein und frei von Eis, Schnee und Frost (Temperaturen unter 0°) sind, ist nur ein Reibbeiwert von µ = 0,2 zu verwenden.
Zurrpunktschild nach DIN EN 12640
(Mindestgröße 200/150 mm)

Beispiel: Niederzurren
Ladung Palette Steine Gewicht = 1,0 t
(Ladeeinheit mit Palette)
Reibbeiwert µ = 0,45
(Schnittholz/Schichtholz)
Winkel (α) = 60°
Vorhandene Zurrmittel: STF 400 daN
(Normale Vorpannkraft)
Aus der Tabelle 2 die erforderliche Anzahl der Zurrmittel unter Berücksichtigung des Reibbeiwertes (µ), des Zurrwinkels (α) und der Vorspannkraft (STF) der Ratsche ablesen. Mindestens zwei Zurrmittel mit einer erreichbaren Vorspannkraft von 400 daN sind zum Sichern des Steinpaketes notwendig.
Beispiel: Diagonalzurren
Ladung Radlader, Gewicht = 4,0 t
Reibbeiwert µ = 0,6 mit fµ = 0,75
(Saubere gebremste Gummiräder/besenreine Ladefläche/kein Frost)
Reibbeiwert µ = 0,2
(verschmutzte Gummiräder/Ladefläche oder bei Eis, Schnee, Frost)
Winkelbereich für die Nutzung dieser Tabelle einhalten
20° ≤ α ≤ 65°, 6° ≤ β ≤ 55°
Bei µ = 0,6 sind 4 Zurrmittel und Zurrpunkte mit einer zulässigen Zugkraft (LC) von ≥ 1500 daN notwendig. Bei µ = 0,2 sind 4 Zurrmittel und Zurrpunkte mit einer zulässigen Zugkraft (LC) von 5000 daN notwendig.
Straßenverkehrsordnung
Straßenverkehrszulassungsordnung
Broschüre Ladungssicherung auf Fahrzeugen der Bauwirtschaft
DIN EN 12195
07/2021